Andreas
Hildebrandt aus Danzig, dessen nachgewiesene
Tätigkeit in die Jahre 1709–1762 fällt, war
einer der bedeutenden Orgelbaumeister des
Barock.
Er gehörte
zur Generation des berühmten Königsberger
Orgelbauers Johann Josua Mosengel und war
dessen Danziger Konkurrent. Andreas
Hildebrandt musste nicht – wie es im Fall
seines sächsischen Kollegen Zacharias
Hildebrandt der Fall war – im Schatten eines
anderen Meisters arbeiten und konnte seine
Kunst frei und ohne Einschränkungen
entwickeln.
Hildebrandt
baute eine ansehnliche Anzahl hervorragender
Instrumente in der Danziger Region, von denen
nur noch wenige die Zeit überdauert haben. Er
begründete in Danzig eine neue Linie der
Orgelbaukunst, die vor ihm von der aus dem
Süden Polens stammenden Familie Nitrowski
geprägt worden war.
Er bildete
eine Reihe vortrefflicher Schüler und
Nachfolger aus, zu denen unter anderen
Friedrich Rudolf Dalitz und Christoph Heinrich
Obuch gehörten.
Die
Initiatoren des Restaurierungsprojekts der
Pasłęker Orgel möchten dieses größte noch
erhaltene Instrument von Andreas Hildebrandt
zu neuem Leben erwecken und damit die Person
ihres Erbauers an die ihm gebührende Stelle in
der Geschichte der Orgelbaukunst stellen.
Die
Hildebrandt-Orgel in Pasłęk ist – ähnlich wie
die Vilniuser Adam-Gottlob-Casparini-Orgel –
einer der letzten Zeugen einer Orgelkultur,
die in der Barockzeit zwischen Danzig und
Königsberg existierte.
Wir hoffen,
dass diese Internetseiten Ihnen das Schaffen
des herausragenden Orgelbaumeisters des Barock
näherbringen und Ihre Aufmerksamkeit auf das
herrliche, restaurierte Instrument lenken
werden.
Krzysztof
Urbaniak
– Künstlerischer Leiter der Orgelfestivals in
Pasłęk